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Radtour
in Mecklenburg Radwanderung Stepenitztal - Aubachniederung
Radwandertour von Schwerin, Friedrichsthal, Herren Steinfeld, Gottmannsförde Cramondshagen, Cramon, Schönfeld, Groß Eichsen, Seefeld, Moltenow, Alt Meteln, Klein Trebbow, Moorbrink, Hansholz, Warnitz, Schwerin
- die Radtour hat eine Länge von ca. 55 km
Radwanderung in Mecklenburg
Die Radtour beginnt in Schwerin in der Lübecker Strasse.
Auf dem Radweg der Lübecker und Gadebuscher Straße verlassen wir das Stadtgebiet und passieren auf dieser ehemaligen Poststraße nach Lübeck die etwa 200jährige Lärchenallee, bis wir das architektonisch interessante Ensemble des Jagdschlosses, unseren Startpunkt in Friedrichsthal erreicht haben. Die eigenartige Bauweise der gegenüberliegenden Nebengebäuden für die Gärtner und Hundeführer wecken unsere besondere Aufmerksamkeit. Auf einer Informationstafel in unmittelbarer Nähe des Schlosses können wir uns über den Verlauf der nun vor uns liegenden
Radtour Strecke informieren.
Um den starken Fahrzeugverkehr zu meiden, radwandern wir rechts zum Herren Steinfelder Weg und haben bald den Wald erreicht. Nun können wir auf einem bequemen Weg die Ruhe genießen, bis wir jedoch wieder auf die Bundesstraße stoßen. Mit gebotener Vorsicht folgen wir ihr etwa 500 m bis zum Abzweig nach Herren Steinfeld. Auf dieser wenig befahrenen Ortsverbindungsstraße, die uns wieder durch einen stattlichen Buchenbestand führt, erreichen wir den Ort und radeln links bergauf zum Hütterberg. Die von einer Sendeeinrichtung gekrönte 96 m hohe Erhebung bietet eine weite Sicht und
veranlasst uns zu einer kurzen Verschnaufpause. Wir blicken in das sich seitwärts ziehende Tal der Stepenitz. Diese vom Schmelzwasser der Gletscher ausgespülte Rinne beginnt in Mühlen Eichsen und setzt sich fort über eine Seenkette bis hin zum Ostdorfer See. In späteren Formationen entstand im Bereich des Wahrholzes, zwischen Neumühler See und Rehmsee, eine Erhebung, die zur Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee wurde. Die vielen Fundstücke und Grabanlagen im Stepenitztal deuten auf eine dichte Besiedlung dieses wild- und fischreichen Gebietes besonders in der Bronzezeit hin. Heute ist dieser Bereich wegen seines interessanten Tier- und Pflanzenbestandes zum Landschaftsschutzgebiet erklärt und genießt somit besonderen Schutz. Nicht zu vergessen sind auch die in unmittelbarer Nähe sich emporreckenden Windkraftgeneratoren. An diese Giganten der Neuzeit müssen wir uns wohl noch gewöhnen, verkörpern solche Anlagen doch eine akzeptable Alternative zu bisher praktizierten stark umweltbelastenden Methoden zur Energiegewinnung.
Wir radwandern nun talwärts bis Gottmannsförde. Die rechts sich hinziehende Erhebung ist eine erdgeschichtlich interessante Erscheinung. Sie besteht aus Geröllmaterial, das von Schmelzwasserströmen, die unter dem Gletscher talwärts flossen, angeschwemmt wurde. Derartige Gebilde, die 100 bis 1000 m lang und bis zu 30 m hoch sein können, werden als Oser oder als Esker bezeichnet.
Wir haben Gottmannsförde erreicht, und die Radtour biegt rechts ab und
wir sind auch bald in Cramonshagen. Hier bietet sich die Möglichkeit, im klaren Wasser des Cramoner Sees zu baden, oder auch nur eine kurze Rast einzulegen, um die Harmonie der Landschaft zu genießen. Wir radeln weiter, und in Cramon,
der nächsten Ortschaft, biegen wir an dem unter
Denkmalschutz stehenden Pfarrgehöft, unmittelbar neben der
etwa 600 Jahre alten Dorfkirche, links ab, überqueren die
Stepenitz und versuchen, den kurzen steilen Anstieg nach
Schönfeld Mühle zu erklimmen. Wer es nicht schafft, steigt
ab und schiebt sein Fahrrad.
Entlang einer stattlichen Baumreihe radwandern wir nun am Westrand der Schmelzwasserrinne dem Gutsdorf Schönfeld entgegen. Beidseitig der von prächtigen Linden gesäumten Dorfstraße begleiten uns ehemalige Tagelöhnerkaten. Hinter Schönfeld setzt sich die fast lückenlose Lindenallee fort bis zum nächsten Dorf, Groß Eichsen. Ein kleines blaues Schild weist uns zwischendurch den Weg zu einem Abstecher an das rechts am Wald versteckte Hügelgrab. In Groß Eichsen dürfen wir die Abfahrt nicht verpassen, die uns durch einen Wegweiser nach rechts wieder an die Stepenitz führt. Der freigelegte Hohlweg ist leider wieder zugewachsen, so
dass der daneben angelegte etwas problematisch zu befahrende Parallelweg benutzt werden
muss. Wir überqueren nun wieder die Stepenitz, diesmal zwischen Wendelsdorfer und Mühlen Eichsener See. Es ist ratsam, die nun beginnende Steigung, ebenfalls ein Trampelpfad parallel zum vernachlässigten Hohlweg, das Fahrrad schiebend zu überwinden.
Den nun vor uns liegenden Abschnitt über etwa 500 m müssen wir in linke Richtung auf der Landstraße bewältigen, bis wir nach Seefeld rechts abbiegen können. Auf dem Weg nach Moltenow, der teilweise von urigen Kopfweiden begleitet wird, können wir uns ungestört den Eindrücken der Landschaft widmen und die Ruhe der Natur genießen. Vor uns taucht die von Straßenlärm und von Hektik abgeschiedene Ortschaft Moltenow
auf. Über die nun weiterführende verkehrsarme Landstraße
radwandern wir nach Alt Meteln. Dieses Bauerndorf ist für die umliegenden fünf Ortsteile als Zentralgemeinde das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum. Hier finden wir neben der im 13.
Jh. errichteten gotischen Backsteinkirche mehrere alte Bauernhäuser, die trotz Renovierungsarbeiten ihr ursprüngliches Aussehen noch erhalten haben. In Alt Meteln überqueren wir den Aubach, der, aus dem Dambecker See kommend, den Trebbower, Barner Stücker und Medeweger See durchfließt und schließlich in den Pfaffenteich mündet.
Am Ortsteil Rote Flöte weist uns die Wegmarkierung nach rechts in Richtung Klein Trebbow. Auf dem Landweg durchfahren wir eine aus fast 200 Kastanien bestehende Allee. Diese Prachtexemplare konnten ihre natürliche Form erhalten, im Gegensatz zu vielen anderen verunstalteten Alleebäumen, da hier die Forderung nach einem weiträumigen Lichtraumprofil, hoffentlich auch zukünftig, nicht erhoben wird.
Bald taucht links der von Wald und Hecken umgebene abflusslose Rugensee auf. Ein Weg zu seinen buchtenreichen Ufern ist leider nicht vorhanden. Unsere Route führt nun rechts bergab und über den Aubach. Wir halten uns links, überqueren nochmals das Flüsschen und erreichen schließlich den Park von Klein Trebbow, der uns mit seinem vielseitigen Bestand an heimischen und fremdländischen Gehölzen zu einer kleinen Exkursion einlädt. Das vor uns auftauchende
Schloss wurde 1865 nach Plänen des bekannten Hofbaumeisters Willebrand im Stil der Gründerzeit erbaut. Da die gesamte historische Gutsanlage einschließlich
Schloss seit fast 10 Jahren nicht mehr bewirtschaftet wird, sind die Wirtschaftsgebäude sowie auch das kleine Teehaus leider verfallen, und das
Schloss kann nicht länger auf erhaltende Maßnahmen warten, wenn ihm nicht das gleiche Schicksal widerfahren soll!
Wir verlassen Klein Trebbow und begeben uns bergab fahrend ins Aubachtal. Rechts bietet sich der Trebbower See zum Baden an, natürlich nur bei vertretbarer Wassertemperatur, links erstrecken sich die Talwiesen. Wir erklimmen die kurze Steigung und biegen dann links ab. Der stille und bequeme Waldweg führt uns an die asphaltierte Verbindungsstraße nach Moorbrink und weiter durch Hansholz bis zur Bemarkungsgrenze von Schwerin. Die Landeshauptstadt empfängt uns mit einem zünftigen Kopfsteinpflaster. Wenn man jedoch etwas geschickter fährt, kann ein schmaler Streifen neben der Pflasterung genutzt werden. Nach etwa 500 m endet dieser Balanceabschnitt an der Grevesmühlener Straße.
Auf der Radwanderung haben wir die Warnitz erreicht und können gleich über Margaretenhof das Stadtzentrum ansteuern oder durch die Ortschaft und entlang der Wolfsschlucht wieder nach Friedrichsthal bis an den Radweg fahren, der uns dann zunächst über einen durchgehend sicheren Radweg, aber dann, bedingt durch die räumlichen Gegebenheiten, über äußerst bedenkliche Abschnitte wieder in das Stadtzentrum führt.
Nach etwa 55 km endet die Radtour.
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