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Radour, Radwanderung zur Slawenburg Groß Raden

Eine Radwanderung zur Slawenburg bei Groß Raden reizt sicher jeden Radwanderer. Birgt sie doch viele interessante und erholsame Streckenabschnitte, erfordert aber auch ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen. Immerhin sind doch, je nach Routenwahl, mindestens 80 km zu bewältigen. Nachfolgend werden die kürzesten zumutbaren Radtouren ab a: Bad Kleinen und b: von Schwerin aus beschrieben. Eine Verkürzung wäre in Verbindung mit den Sonderangeboten der Bahn durchaus möglich und nicht minder attraktiv.

Slawenburg Groß Raden

Radtour von Bad Kleinen, Ventschow, Dämelow, Neuhof, Bibow, Nisbil, Warin, Klein Labenz, Groß Labenz, Eickelberg, Eickhof, Klein Raden, Buchenhof, Groß Raden, Sternberger Burg, Sagsdorf, Sülten, Brüel, Tempzin, Zahrensdorf, Bibow, Neuhof, Dämelow, Ventschow, Hohen Viecheln, Bad Kleinen, (ca. 80 km)

 

Die Radtour beginnt in Bad Kleinen und wir folgen ab Ventschow der überregionalen Route bis Warin. Von hier aus radwandern wir die Richtung nach Klein Labenz ein und können eine ruhige gut befahrbare Asphaltstraße nutzen. Am Ortsausgang empfängt uns allerdings mecklenburger Kopfsteinpflaster, das erst in Groß Labenz endet. Seitlich ist jedoch ein schmaler festgefahrener Streifen gut befahrbar. Trotz der erforderlichen Aufmerksamkeit entschädigt der Blick über den rechtsseitig malerisch eingebetteten Labenzer See für die nicht so günstigen Fahrbedingungen. Die vom Ort aus erreichbare Badestelle bietet die Möglichkeit, sich den Schweiß abzuspülen und erfrischt die Fahrt fortzusetzen. Ein nicht zu übersehender Wegweiser am Ende des gepflegten Dorfes zeigt uns die Richtung zum nächsten Ziel, das ist Eickelberg. Mächtige Nadelgehölze wecken unsere Aufmerksamkeit. Am Waldende öffnet sich wieder die Landschaft und bietet einen überwältigenden Blick über eine hügelige Landschaft mit Feldern, Kleingewässern und Gehölzen. Ebenso beeindrucken die malerischen Eichen und Kastanien am Wegrand. Möge diesen und anderen Baumveteranen noch ein langes Leben beschieden sein. 
Die etwa 100 m vor Eickelberg beginnende stark abfallende Pflasterstraße erinnert uns daran, dass die Fahrt weitergeht. Der neu angelegte Radweg kann uns leider nur im Ort erfreuen, eine Weiterführung bis Eickhof hängt sicherlich nur von der Finanzierung ab. Die Idylle wird noch komplettiert durch die träge dahinfließende Warnow, die wir hier an einem Rastplatz überqueren. Hinter Eickhof biegen wir rechts in eine neugebaute Asphaltstraße, überqueren die Bahnlinie Bad Kleinen - Rostock und erreichen nach 3 km Klein Raden. Gleich am Ortsausgang wechseln wir nach rechts auf einen Landweg. Nach kurzer Fahrt stehen wir vor einer Tafel, auf der interessante Informationen zum nahen Warnow-Durchbruchtal, nur zu Fuß erreichbar, mitgeteilt werden. An einem Wegweiser orientieren wir uns über die Richtung unserer Weiterfahrt. Am Buchenhof vorbeifahrend erreichen wir auf einem mäßigen Schotterweg die Asphaltstraße nach Groß Raden. Der Weg zur Slavenburg ist nun nicht mehr zu verfehlen. Wir haben uns so eingerichtet, dass genügend Zeit für die Besichtigung der gesamten Anlage verbleibt, Hektik wäre fehl am Platze. Trotzdem müssen wir aber auch an die Rückfahrt denken und kehren nach Groß Raden zurück. Vorher haben wir noch dem Museumsgebäude einen Besuch abgestattet.
Die Landstraße wieder erreicht, radwandern wir auf dem Straßen begleitenden Radweg ohne Hast und Stress. An der Mildenitzbrücke in Sternberger Burg können wir den Weg nach rechts über den Kiesberg mit 12 % Steigung in Richtung Groß Görnow und dann weiter auf dem überregionalen Radweg durch Warin nach Ventschow wählen. Die zweite Möglichkeit führt uns bis zum nächsten Abzweig nach Groß Görnow. Wir biegen rechts ab und erreichen bald die bekannte Sagsdorfer Brücke über die Warnow. Hier entschieden sich die mecklenburger Fürsten, oder wie auf dem Gedenkstein zu lesen ist, der ständische Landtag am 20.06.1549, für den protestantischen Glauben. Wir brauchen uns hier nicht für ein Glaubensbekenntnis zu entscheiden, sondern für den Weg, der uns nach links auf einem wohl auch historischen Pflaster weiterführt. Wir versuchen wieder auf einem Randstreifen den lästigen Erschütterungen zu entgehen und gelangen schließlich, vorbei an Sagsdorf, auf einen abwechslungsreichen Waldweg, der uns schließlich nach Sülten leitet. Die bemerkenswerten Salzwiesen am Ortsrand erstrecken sich rechtsseitig der Straße bis zum Radbach und bergen einige botanische Besonderheiten. Die Radtour führt schließlich an der B104 direkt am Beginn der Umgehungsstraße. Der nach Brüel führende ehemalige Verlauf ist nicht so stark frequentiert, so dass nicht die Gefahr besteht, von der Straße gedrängt zu werden. Da Brüel etwas vom Autoverkehr entlastet wurde, gestaltet sich die Ortsdurchfahrt nicht besonders problematisch. Für die Weiterfahrt auf der Radwanderung ist jedoch etwas mehr Vorsicht geboten, da wir uns bis zum Abzweig nach Tempzin auf der B192 ohne Radweg bewegen müssen. In Tempzin können wir die ausdrucksvolle Klosterkirche bewundern und einige Radumdrehungen weiter sind wir bereits in Zahrensdorf. In der Dorfmitte müssen wir rechts abbiegen und hinter den letzten Häusern geht es über einen ebenmäßigen Feldweg in die von blauen Seen, wogegen Getreidefeldern und Waldinseln oder Feldhecken geprägte herrliche mecklenburger Landschaft. Auf den saftigen Talweiden grasen buntgescheckte Mutterkuhherden mit ihren quicklebendigen Kälbern und über uns zieht hin und wieder ein Greifvogel seine Kreise.
An einer Weggabelung halten wir uns links und vor Bibow wird der Weg etwas unbequemer, da die unbefestigte Oberfläche der Last heutiger Landmaschinen nicht immer gewachsen ist. Ab Bibow bewegen wir uns wieder auf fester Straße. Da einige Kilometer bereits hinter uns liegen, ziehen wir die relativ ruhige, keineswegs eintönige Straße dem etwas beschwerlicherem Landweg vor, um dann auf der anfangs beschriebenen Strecke der Radtour in umgekehrter Richtung endlich wieder nach etwa 70 km in Bad Kleinen zu landen.



Radtour b: Schwerin, Pinnow, Muchelwitz, Gädebehn, Forsthof, Kobande, Demen, Stieten, Kobrow, Pastin, Zülow, Witzin, Groß Raden, Sternberger Burg, Sagsdorf, Sülten, Weitendorf, Kaarz, Jülchendorf, Venzkow, Mammutbäume, Gädebehn, Muchelwitz, Pinnow, Schwerin (ca. 96 km)

Die Radwanderung beginnt am Schloss. Über den Franzosenweg fahren wir nach Mueß, überqueren den Störkanal und steuern auf dem straßenbegleitenden Radweg entlang der B321 Pinnow an. Ortsteil Petersberg und Muchelwitz sind die nächsten über tadellosen Asphalt zu passierenden Siedlungen. Wir erreichen einen Waldweg, radeln uns links haltend ins Warnowtal und erreichen Gädebehn. Hier ist nach rechts abbiegend eine kurze Steigung zu überwinden. Nach 100m biegen wir aber wieder nach links in einen etwas problematischen Landweg, der uns bald wieder an die Warnow führt. An der Försterei passieren wir die baufällige Holzbrücke und verlassen wieder das Warnowtal, kreuzen dann die Crivitz-Brüeler Straße und radwandern nun wieder mit Asphalt unter den Reifen Kobande entgegen. Hier blicken wir rechts über die Warnowniederung zum Barniner See, der von der Warnow durchflossen wird. Hinter der zu Demen gehörenden Ziolkowskisiedlung biegen wir von der Straße nach links in einen ansteigenden Landweg. Wir fahren durch die offene Flur an Demen vorbei, bis wir wieder einen lauschigen Waldweg erreichen, der in eine herrliche Allee übergeht und dann an einer festen Straße bei Stieten endet. Die nun vor uns liegende Piste führt uns nach links durch freie Landschaft mit einem wunderschönen Blick über Wiesen, Seen und Wälder und das idyllisch gelegene Kobrow. Nach etwa 3,5 km biegen wir rechts in die Verbindungsstraße nach Pastin. Die geringen Steigungen werden spielend genommen. Beim Überqueren der B192 achten wir auf die vorbeirasenden Autos und setzen die Fahrt auf der verkehrsarmen Strecke leichtbeschwingt fort. 
In Pastin halten wir uns rechts und am Ortsausgang übernimmt uns ein links abbiegender Feldweg, auf dem wir wiederum mit Eindrücken verwöhnt werden. Nach 2 km zeigt uns ein Wegweiser nach links die Richtung zu einem kleinen Wasserkraftwerk am Mildenitztkanal. Von hier folgen wir ein kurzes Stück dem Wasserlauf stromab, bevor wir ihn über eine Holzbrücke kreuzen und bald vor dem in Renovierung befindlichen Gutshaus in Zülow landen, das sich harmonisch in die naturnahe Landschaft einfügt. Wir verlassen den Ort in Richtung Witzin, überqueren eine Wiesenniederung, kreuzen die B104 und erreichen den Ort auf einer unfreundlichen Holperstraße. An der Kirche fahren wir links vorbei, suchen vergeblich eine weil nicht vorhandene Wegweisung zum Slaventempel, finden aber doch den Weg dank unseres Instinktes, indem wir uns links halten. Auf dem nun gefundenen Feldweg befinden wir uns auf dem rechten Kurs und erreichen den Wald. Nicht zu identifizierende Wegweiser beachten wir nicht, halten aber einen ziemlich geraden Kurs bei und stoßen zwangsläufig auf den Tempel - die Götter standen uns bei!
Nach der Besichtigung und der wohlverdienten Ruhepause denken wir an die Rückreise. Der Weg nach Groß Raden ist nicht zu verfehlen. Auf halber Strecke haben wir noch die Möglichkeit, im Museumsgebäude durch ausgestellte interessante Exponate und informative Darstellungen die im Freilichtmuseum gewonnenen Eindrücke zu ergänzen. Wir erreichen schließlich am Ortsausgang den in Richtung führenden tadellosen Radweg. Nachdem wir die Mildenitz überquert und Sternberger Burg hinter und gelassen haben, verlassen wir diesen Pfad rechts abbiegend in Richtung Groß Görnow, biegen aber die Warnow auf der Sagsdorfer Brücke überquerend dann rechts ab auf einen harten Holperweg. Dieser mündet aber bald in einen angenehm weichen Waldweg, dem wir gemächlich durch den hügeligen Wald folgen. Schließlich öffnet sich links die Landschaft und wir blicken ins Warnowtal. Vor uns liegt Sülten, dem wir auf einer talwärts führenden Betonspurbahn entgegen radeln. Auf einer Info-Tafel hinter dem Ort werden wir über die sich rechts ausbreitende Salzwiese informiert. Wir überqueren einen Zufluss der Warnow, anschließend noch ein Bahngleis und nach einigen Radumdrehungen haben wir sie erreicht, die B104. Keine Alternative, wir müssen links nach Weitendorf. Nach einem Kilometer disziplinierter und konzentrierter Fahrt überqueren wir schon die Warnow, verlassen schleunigst nach rechts die Bundesstraße und entspannt können wir die Fahrt auf einem bereits reparaturbedürftigen Radweg fortsetzen. 
Altehrwürdige Alleebäume, Wiesen, Felder und Wälder vermitteln uns Wohlgefühl und Entspannung. Kaarz, eingebettet in die friedvolle Landschaft, lassen wir hinter uns, radeln weiter durch die Stille des Waldes und erreichen schließlich Jülchendorf. Hier glaubt man, das Ende der Zivilisation erreicht zu haben. Aber nein, eine nagelneue Asphaltstraße führt uns durch lauschigen Wald zur nächsten menschlichen Siedlung, dem ebenfalls abseits liegenden Venzkow. Hier halten wir uns rechts und setzen unsere Fahrt immer noch auf Asphalt durch abwechslungsreichen Wald, vorbei an Kölpin - nur drei Häuser - bis nach knapp einem Kilometer rechts ein Waldweg spitzwinklig abzweigt. An diesem Weg können wir uns nach kurzer Fahrt zwei hundertjährige gewaltige Mammutbäume, genannt Adam und Eva, bestaunen. Ein kleiner Gedenkstein erinnert an den Initiator dieser Besonderheit. Bei der Weiterfahrt ist die Kreisstraße Crivitz-Brüel zu überqueren. Der nun beginnende Weg wird streckenweise etwas holprig und hart, endet aber, an Basthorst vorbeiführend, an der Ortsverbindungsstraße, einer eindrucksvollen Lindenallee. Nach 2 km ist Gädebehn erreicht. Nun geht die Fahrt vorbei am gepflegten Dorfplatz mit der dazugehörigen Kirche talwärts und wieder über die Warnow. Der Ring hat sich jetzt geschlossen, wir haben den Weg unserer Hintour erreicht, in den wir rechts einbiegen. Das sich rechts hinziehende Warnowtal verlassen wir nach kurzer Fahrt, erklimmen die noch vorhandenen Kraftreserven mobilisierend die Steigung und erreichen wieder festen Straßenbelag, den wir bis Schwerin nicht mehr verlassen. 
Auf Grund der zu bewältigen Entfernung wurde hier der kürzeste Weg zur Slavenburg beschrieben. Mögliche sehr interessante Umwege bleiben den Profis vorbehalten, die die Radtour auf über 100 km erweitern können.