Kirche in
Hohen Viecheln
in Mecklenburg

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Die gotische Kirche in Hohen Viecheln die Kirchen in Mecklenburg

 

 

Herzlich Willkommen in Mecklenburg am Nordzipfel des Schweriner Sees im schönen Mecklenburg. Wir haben hier eine schöne Mecklenburger Backsteinkirche, ein so genannter hochgotischer Hallenbau, der für den ländlichen Bereich, in dem wir uns befinden, sehr groß und imposant ist. Erstmals urkundlich wurde unsere Kirche 1310 erwähnt.

Es gibt allerdings die Sage, dass der Ritter Helmond von Plessen im Jahre 1178 seiner Frau, wenn er heil aus dem Krieg zurückkommt, eine Kirche baut.

Wenn die Sage über den Ritter von Plessen stimmt, ist Hohen Viecheln einer der ältesten Kirchgemeinden von Mecklenburg. Zu dieser Zeit, hieß dieser Ort nur „ Viecheln“ ! ( der Zusatz „ Hohen“ erfolgte erst vor 250 Jahren). Es wird allerdings in einer Urkunde 1178 bereits erwähnt, das bei einem Rechtsakt des Bischofs Berno, ein Priester ,( katholisch) namens Symon de Vichele, als Zeuge ausgesagt hat. Es könnte also zu der Zeit bereits einen Vorgängerbau gegeben haben, was aber nicht zu belegen ist, es sei denn durch Ausgrabungen.

 

Durch die exponierte Lage am Nordende des Schweriner Sees trafen sich im 14 Jahrhundert häufig Heinrich der Löwe von Mecklenburg und andere weltliche und kirchliche Würdenträger in Viecheln um Rechtstreitigkeiten zu schlichten oder Verträge zu schließen. Fürst Heinrich, der in Sternberg seine Residenz hatte, ist für den dortigen vergleichbaren Bau einer Hallenkirche verantwortlich, daher vermutet man, dass er auch der Initiator des Baus dieser Kirche ist. Ein hochmoderner wiewohl schlichter Hallenraum, dazu ein nie ausgeführter mächtiger Turm sollten am Ufer des Sees ein Zeichen setzen.
Hohen Viecheln war ein bedeutender Handelsplatz, verlor aber durch die Salzstrasse, die jetzt über den Wasserweg nach Lüneburg führt, an Bedeutung. Daher vermutet man, das kein Geld für einen Kirchturm aus Stein vorhanden war, und das man ihn aus darum aus dem wesentlich günstigeren Holz gebaut hat.

In der Sage heißt es, dass das Geld für den Turm in einem der Pfeiler versteckt sei.
Wahrscheinlich haben wir es mit dem gescheiterten Versuch zu tun, dem Ort städtische Bedeutung zu verleihen.
Der heutige Kirchenbau wurde 1310 in zwei Abschnitten errichtet. Das Dach war ursprünglich viel steiler und höher. Nach der Verwahrlosung im 30-jährigen Krieg und den Folgejahren, der auch etliche, offenbar bemalte Glasfenster und 6 Glocken, zum Opfer gefallen waren, wurde der Giebel kurz nach 1700 abgerissen und das Dachwerk erneuert, nicht ohne viele der alten Eichenbalken wieder zu verwenden. 1679 kamen wieder zwei Glocken in dem Turm. Eine weitere 1773. Im zweiten Weltkrieg sollten diese Glocken eingeschmolzen werden und kamen nach HH. Bei einem großen Luftangriff über HH fielen sie durch eine Druckwelle in das Hafenbecken. Ende der 40iger Jahre wurden von Tauchern einige Glocken geborgen. So auch die Glocke von HV von 1773. Die beiden anderen wurden nicht geborgen und deswegen in den 60iger Jahren durch Spenden finanzierte Glocken ersetzt.



Eine durchgreifende Veränderung erfuhr die Kirche 1858-62, als unter großherzoglichem Patronat der ganze Bau instand gesetzt wurde. Im Zuge dieser Arbeiten wurden die Fenster neogotisch wiederhergestellt ( die ursprüngliche Form lässt sich noch am zugemauerten Südwestfenster ablesen), außerdem wurde die Orgelempore errichtet, das Westportal erneuert und daneben ein kleines Fenster eingefügt.
Auffallend sind für diese Landkirche die zahlreichen Ausstattungsstücke von besonderer Qualität. Beginnen wir in der Vorhalle mit einer spätgotischen Kreuzigungsgruppe aus der Zeit um 1500, die sich ursprünglich einmal hoch zwischen dem vorletzten Pfeilerpaar befand (nach Osten). An der Nordwand des Kirchenschiffs eine kleine Eichenholz-Skulptur eines Diakons (Laurentius?) aus dem 15.Jahrhundert. Bemerkenswert ist ganz besonders die lebensgroße Skulptur eines Ritters im Kettenhemd aus Eichenholz. Ursprünglich auf einem Grabmal liegend, wird sie in die Zeit um 1300 datiert. Es wird angenommen, dass es sich um Helmond von Plessen handelt, da diese im Mittelalter für Mecklenburg bedeutende Familie im frühen 14.Jahrhundert das Patronat der Kirche übernommen hat, beweisen lässt sich diese Zuschreibung jedoch nicht. Die heutige holzsichtige Ansicht stammt aus der Zeit um 1900, die ursprüngliche Farbfassung dürfte spätestens zu diesem Zeitpunkt verloren gegangen sein.
Daneben eine Madonna aus der Zeit um 1310/20 mit Resten der ursprünglichen Farbfassung. Ihr Schöpfer dürfte aus dem Lübeck-Wismarer Umkreis stammen.
Der Renaissance-Altar an der Südwand die Kirche zeigt das klassisch protestantische Programm:
Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung. Er stammt aus dem frühen 17.Jahrhundert und ist leider im Laufe der Jahrhunderte ziemlich lädiert worden. Sein ganzes Rahmenwerk ging verloren, die grobe Farbfassung in Ölfarbe ist neueren Datums, wohl 19.Jahrhundert.
Links und rechts der Kanzel zwei Figuren aus dem 16.Jahrhundert: links eine Heilige Katharina, rechts die Mondsichelmadonna, diese leider entstellend übermalt.
Ein bemerkenswerter gußeiserner Kanonenofen des frühen 20.Jahrhunderts und eine Tauffünte aus Granit mit Rundbögen und den 4 Köpfen am Kelch runden den Altarraum ab. Die Tauffünte stammt aus dem späten 13.Jahrhundert. Eine zweite ähnliche Fünte wurde Ende des 18. Jahrhunderts im nahegelegenen Döpesee gefunden und befindet sich heute im Schloßpark Wiligrad.
Die Holzausstattung ist sehr Qualitätsvoll gearbeitet und stammt aus der Mitte des 19.Jahrhunderts.
Das Altargemälde stammt von Theodor Fischer.
Die Orgel, gebaut von der Familie Winzer in Wismar, stammt auch aus dieser Zeit der Renovierung (1858-62).
Nach dem 2. Weltkrieg haben Pastor Trense und das Küsterehepaar Görtz auf dem Schwarzmarkt Bootslack erstanden und damit das Gestühl gestrichen. Leider blieb von diesem Lack etwas übrig und so wurde die einzige Ritterfigur aus Holz in Nordeuropa gleich mitlackiert. Kunstsachverständige sollen entsetzt gewesen sein.

DER GUTE WILLE ZÄHLT!

Über einem rechteckigen Grundriss von etwa 33 Metern Länge und 12 Metern Breite erhebt sich ein dreischiffiges und fünfjochiges Backsteingebäude.
Alle Wandflächen wurden von großen, dreibahnigen Spitzbogenfenstern durchbrochen, von denen jedoch einige aus statischen Gründen heute zugemauert sind.
Vier schlanke runde, in Wechselschichten aus dunkelgrün glasierten und unglasierten Backsteinen auf gemauerte, Pfeilerpaare bilden das Mittelschiff. Dieses Mittelschiff ist ungewöhnlicherweise schmaler als die beiden Seitenschiffe.
Es betont das Aufstrebende dieses Raumes und seine Höhenwirkung.

 


Blick in das Innere der Kirche

 
Altar und Orgel der Kirche