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Kirchgemeinde Hohen Viecheln am Schweriner See ibn Mecklenburg

 

Fußballfieber 2006

 

Die allerseits beliebte Lichtgestalt Franz Beckenbauer hat einmal gesagt: „Fußball-WM, das ist wie Ostern und Weihnachten zusammen!“ Recht hat er. Denn so, wie wir als Kinder mit erhöhter Temperatur und hochrotem Kopf auf den Weihnachtsmann gewartet haben, genauso ungeduldig warten wir in Deutschland auf das Spiel der Spiele. Dieser spannendste aller Wettkämpfe – seit Ben Hurs Wagenrennen ohne Seitenaufprallschutz – versetzt Milliarden von Zuschauern weltweit in ein unheilbares Fußballfieber.

Wie wird das wohl sein, wenn brasilianische Sambatänzerinnen am Kuhdamm die erste Currywurst ihres Lebens essen, wenn Schottenröcke erstmals seit William the Conqueror ihre Verwandten Bajuwaren auf dem Münchner Marienplatz besuchen dürfen, und wenn Skandinaviens Vikinger den Hamburger Hafen mit ihren Party-Schiffen stürmen?

Deutschland ist heiß! Heiß auf die größte Party aller Zeiten im eigenen Wohnzimmer. Heiß auf die Friedens-Botschaft, die man im christlichen Abendland 2006 nach Christus den Wettkämpfern zurufen möchte: „Der Ball ist rund, das Spiel dauert 90 Minuten und Gott liebt alle Fußballer!“ So, oder so ähnlich heißt es ja in der Bibel (1.Timotheus 2,4). „Fußball und Gott“, geht das überhaupt zusammen?

Wer die favorisierten Brasilianer kennt, der weiß, dass es sogar kaum zu trennen ist! Noch auf dem Spielfeld knieten sich 2002 die frischgebackenen Weltmeister hin, um Hand in Hand das Vaterunser zu beten. Lucio, Edmilson und Kaka liefen in Südkorea mit Jesus-Loves-You-T-Shirt und WM-Pokal sogar eine Ehrenrunde vor Milliarden von Fernseh-Zuschauern. Ja, in Münchens Fußball-Arena, dem Ort des heiß ersehnten Eröffnungs-Spiels, wurde sogar extra eine Kapelle eingebaut. Nicht etwa, um dort kurz vor Anpfiff noch bei den Fußballgöttern für einen Sieg der DFB-Elf zu beten, nein, die Veranstalter der größten WM aller Zeiten haben erkannt, dass der Fußball vom Glauben nicht allzu weit entfernt liegt. In ihrer Hoffnung auf friedliche Spiele bitten sie um den Schutz des Höchsten, den ausnahmsweise selbst die Lichtgestalt nicht garantieren kann.

Und wenn wir ehrlich sind, beten wir doch alle heimlich für Klinsis-Rassel-Bande – mit fiebrigen Kopf und freudiger Erwartung!



Ein Gedanke auf dem Weg
"Ach ja, sie fasten schon wieder. Ich kann das nicht verstehen, wieso man sich so etwas antut."
- Diese Sätze habe ich, nach dem alljährlichen Ostseezeitungsartikel, in letzter Zeit öfter gehört.
"Weil ich mir etwas gutes gönne!" habe ich dann geantwortet. "Wie? Sie verzichten freiwillig und gönnen sich damit etwas? Das verstehe ich nicht." Es ist auch schwer zu verstehen, für denjenigen, der es noch nie ausprobiert hat. Ich gönne mir nämlich eine kleine Auferstehungen. In dem ich einmal eine Zeit lang auf Dinge verzichte, an die ich mich gewöhnt habe, die vielleicht selbstverständlich geworden sind, so dass ich nicht mehr weiter über sie nachdenke oder indem ich einmal ganz bewusst mache und sie so neu in mein Leben hinein nehme, begebe ich mich auf den weg zu einer kleinen Auferstehung. Ich entdecke Dinge, die mir vorher verborgen waren und die ich sonst nie entdeckt hätte. Als ich vor vielen Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe, -es war schwer genug- Habe ich Dinge entdeckt, die mir vorher verschlossen waren und an die ich auch nie als Raucher gedacht habe. Mit einmal entdeckte ich wieder den Geruch einer Blume im Zimmer oder den Geschmack einer Erdbeerentorte mit Sahne, das Glas Rotwein bekam eine ganz neue Note und die Frühlingswiese einen betörenden Duft. Es war wie ein kleine Auferstehung und so etwas ähnliches gönne ich mir nun jedes Jahr.
Ein Osterfest im Kleinen.
Was das alles mit Ostern zu tun hat? Ich denke, Gott hat auch verzichtet, ganz bewusst seine Allmacht bei Seite gelassen, seinen Thron unsere Erde gleich gemacht, er hat keine macht und Gewalten ins Spiel gebracht, er hat das Menschsein neu in sein Dasein hineingekommen und somit, als Mensch, das durchlitten, was hier auf Erden oft gang und gebe ist. Selbst den Tod hat er in Kauf genommen. Aber das ist auch gerade, dass er durch diesen verzicht etwas neues gesehen hat, für uns entdeckt hat; Der Tod hat seine Grenzen. Er ist nicht allmächtig und Lebenszerstörend. Auferstehung ist möglich und überwindet den Tod. Und seit jenem Osterereignis
können wir Menschen auch ganz bewusst Abschied nehmen, denn er ist nicht mehr unser Endpunkt. Indem wir so Leben, können wir freier und offener das Diesseits unseres Lebens immer wieder neu entdecken und genießen, weil das jenseits seine Finsternis verloren hat. Christus hat einmal gesagt: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben." Das Geheimnis dieser Worte Erschließt sich im bewussten Leben mit dem Tod. Nur so gewinnen wir eine neue Lebensqualität.
Ich wünsche ihnen, dass sie sich ab und zu einmal eine kleine Auferstehung gönnen, einen Verzicht und das Entdecken neuer Horizonte. Und ich wünsche Ihnen die Kraft und die Weisheit, damit sie aus diesen kleinen Auferstehungserfahrungen auf diese alles veränderte Auferstehung zu Ostern hoffen und glauben können.

Ihr Pastor Dirk Heske


Liebe Leser unseres Gemeindebriefs,
der Sommer scheint sich langsam dem Ende zuzuneigen und da gehen unweigerlich die Gedanken
auch mal zurück. Was haben wir so alles erlebt? Nun kann ich natürlich nicht über ihre ganz persönlichen Erlebnisse sprechen, da ich sie zum größten Teil nicht kenne. Aber das, was wir in unseren Kirchgemeinden erlebt haben, will ich einmal in den Blick nehmen. Als erstes fällt mir der Himmelfahrtsgottesdienst in Hohen Viecheln ein. Das Wetter hatte gut mitgespielt und für manches entschädigt. Zwar waren der Gottesdienst und und die Angebote im Pfarrgarten nicht ganz so, wie ich es mir persönlich gewünscht habe, aber allein der Bläserchor der St. Paulsgemeinde war schon ein Gedicht und rundete den ganzen Tag schön ab...


Weihnachten - Konflikte dürfen sein ?

Loriot hat es in seinem berühmten Weihnachtssketch treffend karikiert: den Stress, den viele Menschen mit dem Weihnachtsfest haben. Damit sind jetzt nicht das einkaufen, Schenken, Putzen oder Kochen gemeint, sondern der Zwang zur Harmonie, obwohl man sich vielleicht nichts mehr zu sagen hat; die Panik, bloß keinen Streitaufkommen lassen, obwohl man vielleicht gerade vor Wut au den anderen kocht. Der Höhepunkt ist dann das gestellte Familienfoto vor dem Weihnachtsbaum mit den verkniffenen Gesichtern und dem gequälten Lächeln. Die Folge: Zu keiner anderen Zeit im Jahr wird die Polizei so oft zu Familienstreitigkeiten gerufen wie am Heiligen Abend.                             Es stimmt schon: Weihnachten lädt zu Frieden und Harmonie ein, gerade auch im Kreis der Familie, und dies sind sehr schöne Aspekte des Festes. Der Fehler ist zu meinen, den Frieden der Weihnacht können die Menschen sich selber machen. Er kann uns nur geschenk werden von dem, der sich uns selbst zum Geschenk macht. "Frieden auf Erden", verkünden die Engel den Hirten, doch dem stellen sie etwas voran, was gerne vergessen wird: Ehre sie Gott in die Höhe. Richten wir unser Augenmerk also zuerst auf Gott, dann seien wir ehrlich vor- und zueinander und bemühen uns umeinander. Das schafft mehr inneren und damit auch äußeren Frieden als alles Theaterspiel.

Einen erwartungsfrohe Adventszeit und ein segenreiches Weihnachtsfest wünscht Ihnen Ihr Pastor Heske mit seiner Familie.



Ein herrlicher Sommer geht ...
  
Ein herrlicher Sommer geht langsam zu Ende und der Blick geht natürlich noch einmal zurück. Wir konnten phantastische Konzerte erleben, so mit der Kantorei aus Wismar, mit den Kindern der Musikschule Wismar, dem Friedrichshägener Bläserkreis, dem Colegium Pedalo Cantatum und mit Ingo Barz. Wir haben uns von der Sonne verwöhnen lassen und die Kinder konnten seit langen einmal einen Sommer genießen, wie ihn die Älteren aus ihren Kindheitstagen noch kennen. Es gab aber auch schwere Zeiten in diesem Sommer, Verluste von Menschen, die schmerzen ...
Und bei allem taucht die bekannte Frage auf, die nahezu typisch ist für unsere auf Haben und Festhalten ausgerichtete Gesellschaft: "Was bleibt uns nun?"
Uns bleiben letztlich die dankbaren Erinnerungen, dass wir dieses so erleben durften, aber auch die Erinnerung daran, dass wir jeden Moment unseres Lebens bewusst und intensiv wahrnehmen und gestalten sollten, denn nichts wird so, wie es einmal war, es gibt keine Rückkehr, kein Stehenbleiben, sondern nur ein Weg, der sich durch unser Gehen gestaltet und der auf Gott zugeht, auf das Ziel seiner Schöpfung.

Ich wünsche Ihnen viele segensreiche Stunden für die kommende Herbstzeit!
Ihr Pastor Heske

 


Weh euch, ihr Heuchler!
  
Wenn es etwas gibt, das den biblische Jesus auf die Palme brachte, dann war es Heuchlerei. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler (Mt 6,5). Fastet nicht mit finsterem Gesicht wie die Heuchler (Mt 6,16). Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, du Heuchler (Lk 6,42). Und ganz drastisch: "Der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz  unter den Heuchlern zuweisen" (Mt 24,51).
Heuchler geben sich anders, als sie sind, reden anders, als sie denken, verstellen sich, täuschen Gefühle vor, die sie nicht empfinden. So gesehen sind wir zuweilen alle Heuchler. Aber es gibt die noch schlimmere Sorte: Heuchlerei von Berufs wegen. "Heuchlerei gibt's Geld genug, die Wahrheit geht betteln", sagte schon Martin Luther, und der Barock-Prediger Abraham a Santa Clara reimte im gleichen Sinn: "Wer heucheln kann und schmeicheln kann, der ist heut ein gemachter Mann".

Diese Art von Heuchlerei finden wir vor allem bei zwei Berufsgruppen geradezu professionell ausgeprägt, den Klatschjournalisten in der Boulevardpresse und in den elektronischen Medien sowie bei sich anbiedernden Politikern. Kein Straßenblatt, das nicht ein Viertel der Titelseiten mit aufreizenden Nackedeis füllt und auf der dritten Seite genüsslich einen tumben Jungen vorführt, der -von solchen Bildern angeheizt- im Park als Exhibitionist geschnappt wird. Sie machen das Wort "Luder" zum Ehrentitel: Boxen-Luder für die Liebchen auf der Autorennbahn, Party-Luder für die reihum weiter gereichten Damen unter Playboys, Disco-Luder für die kleinen Anmacherinnen in den Vergnügungsschuppen. Nach Belieben zerren sie eines dieser bedauernswerten Wesen ans Licht, decken den Ehebruch mit einem Prominenten auf und entrüsten sich entsetzlich. Am gleichen Tag haben sie im gleichen Blatt die Empfehlung ausgesprochen, sich für die bevorstehenden Faschingstage, ob verheiratet oder nicht, mit Kondomen einzudecken. Sex als Genussmittel, Ehebruch als Gesellschaftsspiel.

Idole aus Sport- und Showbranche werden über Monate aufgebaut, auf den Thron gesetzt, mit göttlichen Attributen bedacht, angebetet und dann dem Publikum , das nach neuen Gesichtern giert, zum Fraß vorgeworfen. Prominente werden nach ihrem Lieblingszitat aus der Bibel befragt, um in der gleichen Ausgabe des Blattes den Inhalt des Zitats vielfach in Text und Bildern zu verhöhnen.

"Wenn Heuchlerei dick machen würde, bräuchte jedes Parlament Flügeltüren", meint der Journalist Claus Jakobi. Politiker, die sich im Amt bereichern, sitzen zu Gericht über Politiker, die sich im Amt bereichert haben. Politiker, die sich von Frau und Kindern trennten und bei offiziellen Anlässen mit wechselnden "Lebensgefährtinnen" auftreten, verteidigen für eine christliche Partei den grundsätzlichen Schutz von Ehe und Familie.

Einem muslimischen Kalifen, Ali ben Ali Thaleb, bleibt es überlassen festzustellen: "Heuchlerei ist Selbsterniedrigung". Das merken zuletzt jene, die es sich angewöhnt haben, mit der Heuchlerei ihrem schon dreckigen Charakter immer wieder ein scheinbar sauberes Hemd überzuziehen.

Mit diesen Beobachtungen zu unseren Zeitproblemen grüße ich Sie und wünsche Ihnen eine segenreiche Sommerzeit.

Ihr Pastor Heske 


Die Fenster auf !
  
Wider die stickige Luft der Resignation

Schon Heinrich Heine wurde um den Schlaf gebracht, dachte er "an Deutschland in der Nacht". Heutzutage würde Heinrich Heine gar nicht mehr zu Bett gehen, glaubt man einigen öffentlichen Meinungsmachern. Eine stickige Luft der Mutlosigkeit scheint den Deutschen den Atem zu nehmen. Alles bewegt sich zäh und träge unter einer Käseglocke das Missbehagens.
 
Nun wäre es zu billig, dagegen die Parole zu setzten "Mut machen statt mies machen", wie es einige Politiker tun. Sie selbst haben nicht wenig dazu beigetragen, die Stimmung in den Keller zu drücken. Die Zahl der Arbeitslosen steigt von Monat zu Monat. Erstmals sind bei den Jugendlichen in großer Zahl auch diejenigen betroffen, die sich um eine qualifizierte Ausbildung bemühen. Zuwendungen werden gestrichen, die Steuer erhöht. Rentner sind verunsichert, weil sie nicht wissen, womit sie morgen rechnen können. Die Gesundheitskosten explodieren und sind bald nicht mehr zu bezahlen. Die Staatsverschuldung nimmt bedrohliche Ausmaße an. Deutschland muß vor das Tribunal der übrigen Staaten der Europäischen Union. Die einstmals so mächtige Wirtschaftsmacht ist zum "kranken Mann" im Zentrum Europas geworden.
 
Noch nie hat es in kurzen Zeiträumen so viele Insolvenzen gegeben. Mittelständische Branchen beginnen die Auswirkungen der wachsenden Globalisierung zu spüren. Globalisierungsopfer gibt es nicht nur südlich des Äquators. Hinzu kommt die Angst vor dem internationalen Terrorismus, vor neuen Kriegen am Golf und an anderen Orten unserer Erde. Hielte wenigstens das Staatsschiff einen unbeirrbaren Kurs auf ein klar bestimmtes Ziel. Nein, es schlingert und überträgt die Unsicherheit der Steuerleute auf alle Passagiere.
  
Es wäre unehrlich, den Kirchen in der Bundesrepublik ein besseres Bild bescheinigen. Aber was ist zu tun? Nichts anderes, als das uralte Rezept zu befolgen: Fange bei dir an. Reiß die Fenster auf, atme tief durch. Warte nicht auf einen Bundeskanzler, auf einen Superminister, auf einen klugen und gleichzeitig heiligmäßigen Bischof. Räume in deiner unmittelbaren Umgebung auf. Mache Mut durch Tatkraft. Handle gegen den Trend. Kaufe jetzt, was du schon immer kaufen wolltest. Erteile dem bedrohten Handwerk jetzt den Auftrag, den du ihm irgendwann einmal geben wolltest. Besuche jetzt den Kranken, der auf deinen Zuspruch wartet. Vor allem: Nimm täglich einem Menschen in deiner Umgebung eine Angst, die ihn bedrückt. An ungezählten Stellen der Bibel lässt Gott die verbrauchte Luft aus unserem verängstigtem Leben: "Fürchte dich nicht!" Gott redet nicht in Floskeln, auf sein Wort kann man sich verlassen.
 
Mit besten Frühlingsgrüßen
Ihr Pastor Heske 
 


Völlig unverbindlich?
 
Wenn Sie jetzt noch nicht alle Geschenke für Ihre Lieben zusammen haben, dann könnten Sie vielleicht in Versuchung kommen, die "größte Geschichte der Welt" zu verschenken. Sie wurde mir neulich per Zeitschriftenbeilage angeboten. Eine Reihe von "meisterhaften Madaillen aus feinstem Silber" zeigt Szenen aus dem Leben Jesu. Passend zum bevorstehenden Fest ist auf der ersten Münze die "zentrale und eindrucksvolle Station der Geburt Jesu" abgebildet: Maria und Josef mit dem Kind in der Mitte und Hirten mit Ochs und Esel am Rand. Dazu gibt es eine Besitzurkunde und eine Themenkarte zum Startpreis von 19,50 EUR. Wen das noch nicht überzeugt, ist vielleicht dabei, wenn er liest, dass das nur der Anfang ist, sich "das Leben Christi in Serie" zu sichern, und das ganz "ohne Verpflichtung".
Natürlich haben die Herausgeber den Zeitgeist genau getroffen. Wer es sich leisten kann, ist bei Geschenken großzügig. Geld spielt nicht so sehr die Rolle; günstig ja, aber nicht billig soll es sein. Und weil der Wert eines Geschenkes von allzu vielen mit dem Kaufpreis verwechselt wird, werden denn wohl vor Weihnachten wieder mehr teure Kostbarkeiten gekauft als sonst das ganze Jahr über. Dazu kommt die Schwierigkeit, dass man vielfach nicht weiß, was man denn überhaupt noch schenken soll, weil wir ja schon alles haben. Da kommt einem die Idee mit den Münzen schon ganz gelegen, die schließlich auch noch einen bleibenden Wert darstellen.
Die Motive sind darüber hinaus ein zusätzlicher Kaufanreiz. Schließlich sind wir gerade in der Weihnachtszeit offen für religiöse Gefühle.
Die einzige, aber entscheidende Schwierigkeit an der Sache ist, dass sich das Leben Jesu nicht verschenken lässt. Es ist bereits verschenkt und zwar von Gott persönlich. Und kein anderer als wir selbst haben es bereits bekommen. Das nämlich ist die Botschaft von Weihnachten: Gott schenkt uns seinen Sohn, auf das unser Leben reich werde. Allerdings ist damit nicht feinstes Silber im Durchmesser von 40 Millimeter gemeint, sondern die Liebe Gottes. Und so ist denn das Leben Christi auch nicht zum Startpreis zu kaufen, und unverbindlich ist es schon überhaupt nicht. Denn wer dieses Geschenk annimmt, geht als Christenmensch sehr wohl Verpflichtungen ein. (Die Besitzurkunde wird unter Christen übrigens Taufe genannt und statt einer Themenkarte haben sie eine Bibel.)
So wertvoll das Leben Christi ist, als Münzsammlung scheint es mir wenig geeignet und als Weihnachtsgeschenk müssen Sie es wahrlich nicht erst kaufen.
 
Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und Gottes Segen für das kommende Jahr wünscht Ihnen 

Ihr Pastor Heske!  

  


Gedanken  
  

Da haben wir ja wieder unser Fett weg bekommen! Eine Flutkatastrophe, die schon zu Beginn des Jahrhunderts als Jahrhundertflut in den Medien hoch dotiert wird, wahrscheinlich in dem Glauben, das nächste Mal bekommen wir es bestimmt besser in den Griff. Wie so oft, wenn uns Menschen einmal das Heft aus der Hand gleitet und wir bitter feststellen müssen: Diese Welt hat ihre eigenen Regeln und Überraschungen und wir sind nur ein Teil von ihr, ein Glied in diesem großen Schöpfungsapparat und nicht die, die an den Hebeln sitzen. Bitter ist sie, diese Erfahrung, denn wir machen sie immer wieder auf Kosten unzähliger Leidtragender, unzähliger Opfer, die nicht anders leben als Sie und ich. Unser Glaube erzählt in seinem Buch, der Bibel, ganz viele solcher Geschichten, wo es Menschen schlecht ging, wo Katastrophen über sie hereinbrachen, wo keiner mehr wußte wie es weitergehen soll. Es sind stellenweise grausame Geschichten mit viel Menschenblut. Mal werden sie als Strafe Gottes beschrieben, mal als Tat von Menschen, die den rechten Weg verlassen haben und mal als Tat eines Widersacher Gottes, des Teufels oder Versuchers. Mag sein, dass es ganz menschlich ist, wenn man bei solchen Katastrophen nach Schuldigen sucht und nach dem Verursacher, so wie es ja jetzt auch wieder von bestimmten Politikern und Medien gemacht wird. Doch das ändert nichts an dem Leid und der erhobene Zeigefinger verbunden mit dem Satz: Seht Ihr, das habt ihr davon! - ist menschenverachtend gegenüber den vielen unschuldigen Opfern. Nein, wenn ich so etwas wie eine Erkenntnis aus diesem Unglück ziehen möchte, dann nur die: Gott hat diese Welt anders gedacht, als wir sie uns denken und gestalten, und wenn wir dem Weltbild Gottes näher kommen wollen, dann ist die Solidarität, der Beistand unter uns Menschen der erste Schritt auf Gottes Welt. Das klingt sehr einfach, ist aber besonders schwer. Denken Sie nur einmal an die Diskussionen über den minimalen Solidaritätszuschlag in den alten Bundesländern. So wie wir in unseren kleinsten menschlichen Beziehungen einander tragen sollten, so sollten wir es auch im Großen tun! Gleich in welchem Land wir wohnen oder auf welchem Kontinent, gleich welcher Rasse wir angehören oder welcher Bevölkerungsschicht, gleich welcher Hautfarbe und welcher Religion.
Gottes Welt ist eine solidarische Welt und keine hierarchische und gut ist, wenn wir danach leben! Dann fühlt sich keiner allein gelassen und das heißt dann Hoffnung und Wärme und Gottes Gegenwart.

Ich wünsche Ihnen den Segen unseres Gottes
  


Dein Problem!
   

So höre ich es oft in Gesprächen von Erwachsenen und Jugendlichen. Da ist ja was dran. Für mein Leben bin ich selbst verantwortlich und für die Konsequenzen, die mein Handeln für mich selbst und andere hat. In einer Zeit, in der es schick ist, die Schuld für die eigene Lage bei anderen, den Eltern, den Lehrern und der Gesellschaft zu suchen, ist eine solche Einsicht alles andere als selbstverständlich.
 
Der Todesschütze von Erfurt hat die Schuld für seine missliche Lage bei seinen Lehrern gesucht und sie hingerichtet. Er hat sich anschließend feige durch Selbstmord seiner Verantwortung entzogen. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Er hätte bestimmt mehr als einen Grund gehabt, 
die Schuld für seine Situation auch bei sich selbst zu suchen, wenn man den Nachuntersuchungen Glauben schenken kann.
 
Nur dem, der bereit ist, sich seinen eigenen Problemen zu stellen, kann geholfen werden. 
Und dann muß ihm aber auch geholfen werden! 
Dein Problem! Das kann auch ein grausames Wort der Gleichgültigkeit sein: Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner! Laß mich mit deinen Problemen in Ruhe! Ich befürchte, so ist dieser Satz unter uns meistens gemeint. Wer keinen Menschen mehr findet und nicht zumindest ein Ohr für seine Sorgen, der verliert irgendwann seine Menschlichkeit - und wird zur Gefahr für sich selbst und die ganze Gesellschaft. 
  
Christen verstehen ihr Leben als ein Geschenk Gottes. Mit einem solchen Geschenk geht man verantwortlich um. Man schmeißt es nicht weg. Auch das Leben meiner Mitmenschen ist ein solches Geschenk. Darum kann es mir nicht gleichgültig sein. Das meint Jesus, wenn er sagt: Liebe deinen nächsten, wie dich selbst. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Wenn Eltern heute keine Zeit mehr haben und nicht mehr wissen (wollen), was mit ihren Kindern 
wirklich passiert und was sie beschäftigt; wenn auf Jugendseiten vor allem der eigene Spaß und Lifestyle propagiert wird und dem, der nicht dazugehört, immer nur gesagt wird: Dein Problem! 
Dann haben wir alle ein großes Problem........

Mit diesem Gedanken aus aktuellem Anlaß
grüßt sie Ihr Pastor D. Heske

   

Pastor Dirk Heske, 23996 Hohen Viecheln, Pfarrweg 3, Tel. 038423/54845, Email-senden

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